€CreditPauvre.comRatgeber für Menschen mit geringem Einkommen
Deutsch

Finanzielle Soforthilfe in Deutschland

Wo es in Deutschland schnelle Hilfe gibt: Darlehen vom Jobcenter, Vorschuss, Wohngeld, Hilfe bei Miet- und Stromschulden, Tafeln und kostenlose Schuldnerberatung.

Frau sortiert Anträge und Rechnungen am Küchentisch

Die Waschmaschine ist kaputt, die Nachzahlung für Strom und Heizung ist höher als gedacht, oder das Bürgergeld kommt verspätet: Mit kleinem Budget wird aus so einer Lage schnell eine echte Notsituation. Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, lohnt sich der Blick auf die Hilfen, die es in Deutschland für genau solche Momente gibt. Viele davon müssen nicht oder nur zinsfrei zurückgezahlt werden.

Diese Seite zeigt, wo Sie schnell Unterstützung bekommen, welche Unterlagen Sie brauchen und wie Sie unseriöse Angebote erkennen. Wir sind ein unabhängiger Ratgeber, vergeben selbst kein Geld und vermitteln keine Kredite.

Jobcenter und Sozialamt: Hilfe im akuten Notfall

Wer Bürgergeld bezieht, kann beim Jobcenter für einen unabweisbaren Bedarf, der nicht aus dem Regelsatz gedeckt werden kann, ein Darlehen beantragen, zum Beispiel für einen dringend nötigen Kühlschrank. Das Darlehen wird in kleinen Raten mit der laufenden Leistung verrechnet und ist zinsfrei. Daneben gibt es Leistungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, etwa für die Erstausstattung einer Wohnung, bei Schwangerschaft und Geburt oder für Bildung und Teilhabe von Kindern.

Ist eine Leistung bewilligt, aber noch nicht ausgezahlt, können Sie einen Vorschuss beantragen. Wer gar kein Einkommen hat, sollte sofort Bürgergeld beim Jobcenter oder, bei Rente oder voller Erwerbsminderung, Grundsicherung oder Sozialhilfe beim Sozialamt beantragen. Die Leistung gilt grundsätzlich ab dem Monat der Antragstellung, deshalb nicht warten.

Leistungen, die oft nicht beantragt werden

Viele Haushalte mit geringem Einkommen erhalten weniger, als ihnen zusteht. Prüfen Sie:

  • Wohngeld bei der Wohngeldstelle Ihrer Stadt oder Gemeinde, auch für Rentnerinnen und Rentner;
  • Kinderzuschlag bei der Familienkasse, wenn das Einkommen für die Kinder knapp ist;
  • Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt, wenn der andere Elternteil nicht zahlt;
  • Leistungen für Bildung und Teilhabe, etwa Schulbedarf oder Mittagessen;
  • Arbeitslosengeld bei der Agentur für Arbeit, falls Sie kürzlich Ihre Stelle verloren haben.

Miet- und Energieschulden: schnell handeln

Bei Mietschulden, die zu einer Kündigung führen können, können Jobcenter oder Sozialamt die Rückstände übernehmen, meist als Darlehen, um Wohnungslosigkeit zu verhindern. Das gilt unter bestimmten Voraussetzungen auch für Stromschulden, wenn eine Sperre droht. Melden Sie sich so früh wie möglich, legen Sie die Mahnung oder Sperrandrohung vor und bitten Sie den Versorger parallel schriftlich um eine Ratenzahlung.

Diese Unterlagen helfen beim Antrag

  • Personalausweis und Bescheide über laufende Leistungen;
  • Kontoauszüge der letzten Monate;
  • Mietvertrag und Nebenkostenabrechnung;
  • Mahnung, Kündigung oder Sperrandrohung;
  • Kostenvoranschlag für die dringend benötigte Anschaffung.

Besondere Lebenslagen

Alleinerziehende

Alleinerziehende erhalten beim Bürgergeld einen Mehrbedarf, der im Bescheid ausgewiesen sein sollte. Zahlt der andere Elternteil keinen Unterhalt, springt das Jugendamt mit dem Unterhaltsvorschuss ein. Zusätzlich lohnt der Blick auf Kinderzuschlag und Wohngeld, die sich unter Umständen kombinieren lassen, wenn Sie arbeiten und knapp über der Bürgergeld-Grenze liegen.

Rentnerinnen und Rentner

Wer mit einer kleinen Rente nicht auskommt, sollte Grundsicherung im Alter beim Sozialamt prüfen lassen. Viele verzichten aus Scham darauf. Dabei wird das Einkommen der Kinder in der Regel erst ab einer hohen Einkommensgrenze berücksichtigt. Auch Wohngeld kann für Rentnerhaushalte eine spürbare Entlastung sein.

Menschen mit Arbeitsplatzverlust

Wer gerade arbeitslos geworden ist, sollte sich sofort bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden, um keine Ansprüche zu verlieren. Reicht das Arbeitslosengeld nicht, kann ergänzend Bürgergeld beantragt werden.

Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Stiftungen

Caritas, Diakonie, AWO, Deutsches Rotes Kreuz und der Paritätische bieten kostenlose Sozialberatung an. Dort hilft man beim Ausfüllen von Anträgen und kennt örtliche Notfonds von Kirchengemeinden oder Stiftungen, die in Einzelfällen kleine Beträge geben. Für Schwangere in finanzieller Not gibt es über die Schwangerschaftsberatungsstellen Hilfen der Bundesstiftung Mutter und Kind. Lebensmittel erhalten Menschen mit Leistungsnachweis bei den örtlichen Tafeln; daneben gibt es Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser.

Kostenlose Schuldnerberatung

Steckt hinter der Notlage eine wachsende Schuldenlast, ist eine anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatung der richtige Weg. Sie ist bei Wohlfahrtsverbänden, Verbraucherzentralen und kommunalen Stellen kostenlos. Die Beratung hilft beim Haushaltsplan, beim Pfändungsschutzkonto (P-Konto), bei Verhandlungen mit Gläubigern und gegebenenfalls beim Weg in die Verbraucherinsolvenz. Meiden Sie gewerbliche „Schuldenregulierer“, die Vorkasse verlangen.

Wenn die Hilfe nicht reicht

Bleibt nach allen Hilfen eine Lücke, erklärt unsere Seite zum Kredit bei geringem Einkommen in Deutschland, worauf Sie bei Schufa, Effektivzins und seriösen Anbietern achten sollten. Wer in Österreich lebt, findet eigene Informationen zur Soforthilfe in Österreich, für die Schweiz gibt es eine Seite zur finanziellen Soforthilfe in der Schweiz.

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Gegen einen Bescheid von Jobcenter, Sozialamt oder Familienkasse können Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Die Frist steht in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheids. Ein kurzer Satz genügt zunächst, die Begründung kann nachgereicht werden. In dringenden Fällen, etwa wenn kein Geld für Lebensmittel mehr da ist oder eine Räumung droht, kann beim Sozialgericht ein Eilantrag gestellt werden. Das Verfahren vor dem Sozialgericht ist für Leistungsbeziehende in der Regel gerichtskostenfrei. Sozialberatungsstellen und Erwerbslosenberatungen helfen beim Formulieren.

Vorsicht bei falscher „Soforthilfe“

  • Echte staatliche oder kirchliche Hilfe verlangt nie eine Gebühr vorab.
  • Jobcenter und Familienkasse fragen nicht per SMS nach Kartendaten oder PIN.
  • Anzeigen in sozialen Netzwerken mit „Zuschuss sofort“ sind häufig Betrug.
  • Geben Sie niemandem Zugangsdaten zu Ihrem Online-Banking.

Angebote und Kreditgeber im Vergleich

  • Tafel Deutschland e.V. — Dachverband der Tafeln in Deutschland, die gerettete Lebensmittel sammeln und an armutsbetroffene Menschen weitergeben, etwa an Bürgergeld-Empfänger und Rentner mit geringem Einkommen.
  • Deutscher Caritasverband – Schuldnerberatung — Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, dessen Beratungsstellen überschuldeten Haushalten kostenlos helfen, einen Überblick zu gewinnen und mit Gläubigern Lösungen auszuhandeln.
  • auxmoney — Deutscher Online-Kreditmarktplatz, der Privatkredite über Partnerbanken vermittelt und dabei Kreditanfragen auch jenseits klassischer Bankkriterien prüft.
  • Grüne's Leihhaus — Pfandhauskette mit rund 20 Filialen in Deutschland, die Pfandkredite gegen Schmuck, Gold, Uhren und andere Wertgegenstände vergibt.
  • Sparkasse — Sparkasse: Bank mit Ratenkrediten und Privatkrediten; Effektivzins und Bedingungen vor Abschluss vergleichen.
  • Volksbanken Raiffeisenbanken — Volksbanken Raiffeisenbanken: Genossenschaftsbank mit Ratenkrediten für Mitglieder und Kunden.

Unverbindliche, nicht abschließende Liste realer Institute ohne geschäftliche Verbindung zu dieser Website. Prüfen Sie Zulassung, Effektivzins und Bedingungen; zahlen Sie nie Vorabgebühren.